Visionsworkshop
Der Visionsworkshop dient zur systematischen Entwicklung eines gemeinsamen Ziels und Zukunftsbildes für einen geplanten Veränderungsprozess. Die entwickelte Vision gibt allen Mitarbeitenden eine klare Ausrichtung und dient als Orientierung sowohl für strategische Entscheidungen als auch für tägliche Handlungen. Die Beteiligung aller relevanten Teammitglieder ist die Grundlage für eine erfolgreiche Vision. Die dialogische Gestaltung, gezielte Reflexion und strukturierte Gesprächsführung in einem Visionsworkshop fördert ein vertieftes gegenseitiges Verständnis der Beteiligten sowie eine höhere Motivation für den Veränderungsprozess.
Vorbereitung:
Zunächst wird das konkrete Veränderungsthema definiert, als Rahmen für die zu entwickelnde Vision. Zudem werden alle Mitarbeitenden identifiziert, die mit ihrer Expertise zur Qualität und Realisierbarkeit der geplanten Vision beitragen können. Es wird ein Workshopkonzept inklusive Ablaufplan, Zeitplan, Räumlichkeiten und Technik entworfen, und es werden geeignete methodische Techniken zur Workshopgestaltung und Ergebnissicherung ausgewählt. Zudem wird ein:e Moderator:in zur Workshopumsetzung, Einhaltung der Regeln für die Zusammenarbeit, Steuerung des Diskussionsprozesses, sowie Zusammenführung und Systematisierung vielfältiger Ideen und Sichtweisen bestimmt. Eine Zukunftswerkstatt oder Zukunftskonferenz bündelt als eigenständige Methode die Elemente der IST-Stand-Analyse, Bedarfserhebung und der Visionsentwicklung in einem übergreifenden Workshopformat.
Schaffen einer gemeinsamen Verständnisgrundlage:
Anschließend wird im Team ein gemeinsames Verständnis zur Ausgangssituation geschaffen. Hierfür stellen eine vorab durchgeführte IST-Analyse und Bedarfserhebung eine wichtige Datengrundlage dar, um die zentralen Optimierungsbedarfe aufzugreifen, einen möglichen Lösungsraum abzustecken und die Schwerpunkte der Vision zu definieren. Präsentationstechniken erlauben die Visualisierung und zielgenaue Erschließung dieser Ausgangsdaten als Grundlage für die Visionsentwicklung.
Entwicklung einer gemeinsamen Vision:
Im nächsten Schritt erfolgt die Erfassung aller individuellen Visionsideen und -vorschläge. Diese werden anschließend zusammengetragen, kollektiv begutachtet, und miteinander abgeglichen. Mit geeigneten Techniken und Moderationstechniken werden die Visionsvorschläge verdichtet und zu einer gemeinsamen Vision zusammengeführt. Diese wird abschließend gemeinsam schriftlich ausformuliert. Kreativitätstechniken wie das Brainwriting erlauben ein strukturiertes Sammeln der individuellen Visionen. Mindmapping oder Galerierundgang erlauben das Bündeln und Visualisieren, sowie ein gemeinsames Systematisieren der individuellen Visionsideen im Team. Entscheidungstechniken erlauben eine transparente Visionsentwicklung, deren Selektionsprozesse plausibel und nachvollziehbar sind und zugleich alle individuellen bestmöglich integrieren.
Festlegung gemeinsamer Ziele:
Abschließend werden aus der ausformulierten Vision gemeinsam konkrete Ziele für das Veränderungsvorhaben abgeleitet und priorisiert. Diese werden mit konkreten Meilensteinen und Ergebnissen verknüpft, die zur Visions-Umsetzung erreicht werden sollen. Ein Meilensteinplan definiert die wichtigsten Zwischenereignisse und -ergebnisse des Veränderungsprozesses als Zwischenerfolge.
Alle Sichtweisen integrieren. Eine Visionsentwicklung braucht Offenheit für alle Perspektiven. Deshalb sollte in Teams vermieden werden, dass nur die lauten Stimmen Gehör finden. Idealerweise sollte allen Teammitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, Ihre eigenen Visionsideen zu formulieren und einzubringen, um die Akzeptanz für Veränderungsprozesse so hoch wie möglich zu halten.
Entscheidungen müssen transparent sein. In der kollektiven Visionserstellung sollte ein Entscheidungsverfahren genutzt werden (z. B. Konsentverfahren), was möglichst alle Teammitglieder in ihren Ansichten einbindet. Dies erhöht die Motivation für das Mittragen des Veränderungsprozesses im Team.
Visionen brauchen Zeit. Visionsentwicklung braucht Zeit für Aushandlung und Verständigung. Deshalb sollten für einen Workshop ausreichend Zeitressourcen eingeplant werden. Bei aufwändigeren Visionen können auch mehrere Sitzungen anberaumt werden.
Die Vision muss festgehalten werden. Die entwickelte Vision sollte schriftlich formuliert werden, denn sie dient als Orientierung für den weiteren Veränderungsprozess und sollte regelmäßig zum Abgleich des Prozesstandes herangezogen werden. Wenn nicht alle Teammitglieder beim Visionsworkshop beteiligt werden können, schafft das Visionspapier Transparenz.
Die Vision muss klar verständlich sein. Sie sollte vorstellbar und vermittelbar sein, also ein klares, verständliches Bild davon vermitteln, wie die Zukunft aussehen soll, als Wunschbild mit einem angestrebten Endzustand. Sie sollte erstrebenswert sein, also alle Teammitglieder ansprechen. Sie sollte machbar sein, also realistisch erreichbare Ziele enthalten, die sich an Veränderungen in den Rahmenbedingungen flexibel anpassen können.
Romy Wöhlert
David Möller