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Schwachstellen-Spiegel

Zeit:
2-3 Stunden
Komplexität:
Gruppengröße:
Geeignet für kleine, mittlere und große Teams
Ergebnis:
Blinde Flecken, die durch den Perspektivwechsel sichtbar werden; gesenkte Hemmschwelle, Problematiken zu adressieren und so evtl. Lösungsansätze zu finden; Konkrete Ansatzpunkte oder Gegenmaßnahmen, die aus der Rückübertragung entstehen

Der Schwachstellen-Spiegel kann genutzt werden, um Probleme offen zu legen und festgefahrene Themen zu adressieren. Dabei wird ein bestehendes Problem oder eine Herausforderung bewusst überspitzt und ins Negative gedreht und anschließend aus verschiedenen Blickwinkeln im Verein betrachtet. Dabei diskutieren die Teilnehmenden miteinander und machen so unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen sichtbar. So werden Schwachstellen mit etwas Humor angesprochen und es wird deutlich, wie unterschiedlich diese wahrgenommen werden - eine wichtige Grundlage, um anschließend gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln.

Ausgangsfrage formulieren:
Anfangs wird eine Ausgangsfrage formuliert, die ein Problem adressiert. Diese könnte lauten: „Was können wir tun, damit sich das Engagement im Verein steigert?‘‘. Statt direkt nach Lösungen zu suchen, sammelt die Gruppe zunächst kreativ und ruhig übertrieben Ideen dazu, wie die Lage im übertriebenen, negativen Maße aussehen könnte, und wie sie sich noch verschlimmern ließe. Je absurder und humorvoller die Vorschläge, desto leichter fällt es später, ernsthafte Themen anzusprechen, ohne dass sich jemand persönlich angegriffen fühlt. Die Sammlung kann je nach Vereinssetting unterschiedlich erfolgen: analog mit Post-its auf einer Pinnwand oder digital auf einem gemeinsamen Board (z. B. Miro, Padlet).
Konkrete Situation auswählen:
Aus den gesammelten Ideen wird eine konkrete Situation herausgegriffen. Ein Beispiel könnte mangelndes Engagement bei Vereinsveranstaltungen sein. Im übertriebenen Maße könnte es heißen: „Unsere Vereinsfeste könnten auch Theaterstücke sein, weil sich immer nur die gleichen fünf Personen um alles kümmern und der Rest zuschaut und klatscht, wenn das Essen fertig ist.‘‘. Nun wird diese Situation aus verschiedenen Rollen betrachtet: Aus Sicht neuer Mitglieder, des Vorstands oder Außenstehender. Wie verhalten sie sich? Was sind die Ursachen für dieses Verhalten? Ziel hierbei ist es, sichtbar zu machen, dass dieselbe Situation je nach Perspektive ganz unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird. Dies kann in Kleingruppen erfolgen, die jeweils eine Rolle übernehmen und ihre Sicht kurz vorstellen.
Reflexion und Rückübertragung:
Zum Schluss wird gemeinsam reflektiert: Was von den Szenarien passiert vielleicht wirklich? Und wie erlebt jede der betrachteten Perspektiven diese Situation? Aus diesen Erkenntnissen lassen sich anschließend erste Ansatzpunkte für konkrete Verbesserungen ableiten, beispielsweise könnten präventive Maßnahmen errichtet werden, um das Problem nicht mehr aufkommen zu lassen. Diese Ansatzpunkte können im nächsten Schritt weiter vertieft werden.
Eine weiterführende Maßnahme wäre die Zukunftskonferenz, in der unter Einbezug vieler Beteiligter aus der Gruppe ein werteorientiertes Zukunftsbild erstellt werden kann.

Genug Raum für Humor lassen: Die Übertreibung macht es leichter, unangenehme Themen anzusprechen. Der Rollenwechsel danach hilft, von der Übertreibung zu konkreten, ernsthaften Erkenntnissen zu kommen.
Passende Gruppengröße: Bei größeren Vereinen in Kleingruppen von 4 - 6 Personen arbeiten, damit alle zu Wort kommen.
Rollen klar zuweisen: Bei der Perspektivenübernahme (neue Mitglieder, Vorstand, Außenstehende) genau erklären, was die jeweilige Rolle bedeutet.

Leonard Marks

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