Zwischenevaluation
Zwischenevaluierungen im Veränderungsprozess dienen einem Zielabgleich, zur Stimmungs- und Feedbackanalyse sowie zur Ableitung nötiger Anpassungen und Kurskorrekturen. Idealerweise findet diese begleitend regelmäßig wiederkehrend während des Veränderungsprozesses statt, insbesondere in der Phase der Erprobung veränderter Prozesse, Produkte, Formate oder Konzepte. Empfohlen wird dabei ein hohes Maß an Beteiligung aller am Veränderungsprozess mitwirkenden bzw. davon betroffenen Mitarbeitenden, z. B. durch Feedbackelemente. So kann das Veränderungsziel optimal erreicht und die Bedarfe aller weitestmöglich eingebunden werden. Die Zwischenevaluation trägt somit zu einer kontinuierlichen Qualitätsprüfung und -verbesserung von Veränderungsprozessen bei.
Vorbereitung: In der Vorbereitung einer Zwischenevaluation wird zunächst das Bewertungsobjekt definiert, wie z. B. veränderte Prozesse, Formate, Konzepte oder Produkte. Hierzu werden geeignete Bewertungskriterien und Messzeitpunkte festgelegt und eine geeignete Technik zur Erhebung der Evaluationsdaten bestimmt. Entsprechend dieser wird die Erhebung organisatorisch und inhaltlich vorbereitet.
Datenerhebung: Entsprechend der vorab festgelegten Messzeitpunkte findet die Erhebung der Evaluationsdaten mit den festgelegten Techniken statt. Semi-strukturierte Feedbackinterviews eignen sich, um in kleineren Teams zeitnah Erfahrungen, Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge von Prozessbeteiligten bzw. von Veränderungen betroffenen Mitarbeitenden systematisch zu erfassen. Sie lassen Raum für flexible Anpassungen und generieren bei wiederholtem Einsatz vergleichbare Daten, um Entwicklungen transparent zu machen. Standardisierte Befragungen eignen sich, um in größeren Teams Erfahrungen, Einschätzungen und Verbesserungsvorschläge der Prozessbeteiligten systematisch zu erfassen und bei wiederholtem Einsatz vergleichbare Daten zu generieren, um Entwicklungen transparent zu machen. Feedback-Techniken erlauben niedrigschwellige, situationsnahe iterative Rückmeldeschleifen, die Identifikation von Unstimmigkeiten und die Optimierung des Veränderungsziels. Mini-Retrospektive eignen sich, um nach Abschluss relevanter Veränderungsschritte auf (Prozess-)Leitungsebene Bewertungen durchzuführen und relevante Maßnahmen zur Anpassung und Optimierung des Veränderungsprozesses bzw. -gegenstandes festzulegen. Beobachtungen eignen sich, um Veränderungen in Prozessabläufen strukturiert zu erfassen und zu den subjektiven Einschätzungen der Prozessbeteiligten in Bezug zu setzen, um eine ganzheitlichere Einschätzung vornehmen zu können.
Datenauswertung und Prozessanpassung: Abschließend werden die gesammelten Daten geordnet und ausgewertet. Dies kann durch die Prozessleitung oder im Gesamtteam geschehen. Entsprechend der Ergebnisse werden bei Bedarf die Maßnahmen oder Prozessschritte angepasst oder die veränderten Prozesse, Formate, Konzepte oder Produkte optimiert. Die Evaluationsergebnisse werden schriftlich dokumentiert, um sie für spätere Messzeitpunkte vergleichbar zu machen, und sollten allen Prozessbeteiligten transparent bereitgestellt werden.
Erfahrungen & Erkenntnisse nutzen. Zwischenevaluationen liefern wertvolle Zwischenerkenntnisse, ermöglichen es, Veränderungsprozesse bedarfsgerecht zu steuern und bieten zugleich Transparenz für alle Beteiligten zu Sichtweisen und Erfahrungswerten. „Aus Fehlern wird man klug“ ist hier der Slogan. Gut eingesetzt kann man so ungewollte Entwicklungen in Veränderungsprozessen frühzeitig erkennen und korrigieren, um ein für alle Teammitglieder bedarfsgerechtes Veränderungsergebnis zu erzielen.
Von gestern für morgen lernen. Werden Evaluationsergebnisse und damit die Erfahrungen und Erkenntnisse aller Mitarbeitenden in Veränderungsprozessen von Anfang an gut dokumentiert, können alle Beteiligten daraus lernen, und diese Erkenntnisse für zukünftige Veränderungsprozesse nutzen, um diese erfolgreich zu gestalten.
Diverse Feedbackwege einbauen. Idealerweise sollten vielfältige Feedback-Wege eingebaut werden, wie z. B. anonyme, mündliche, schriftliche, sowie zeitnahe und zeitlich flexible Formen. Mitarbeitende reflektieren Erfahrenes unterschiedlich (schnell) und haben unterschiedliche Ausdrucksfähigkeiten und Zeitkapazitäten.
Romy Wöhlert
David Möller
Zwischenevaluation Grundlagen – https://www.orghandbuch.de/Webs/OHB/DE/Organisationshandbuch/2_Vorgehensmodell/25_Evaluierung/evaluierung-node.html
Zwischenevaluation Vertiefung – https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/11801/ssoar-2004-stockmann-was_ist_eine_gute_evaluation.pdf?sequence=1